Nachfolgeregelung – was Unternehmer beachten sollten

Eine rechtzeitige Planung der Nachfolgeregelung ist die letzte große Herausforderung für die Unternehmerfamilie. Dabei ist die mentale Einstellung des Inhabers/Gesellschafters eine der wichtigsten Voraussetzungen. Loslassen heißt hier das Zauberwort. Das gelingt Unternehmern nur, wenn sie für sich eine echte Perspektive für die Zukunft erkennen und sich auch auf die Zeit nach der Übergabe freuen ...

Wann ist ein Unternehmen reif für eine Übergabe?

Für einen Nachfolger ist es wichtig, eine gute wirtschaftliche Basis zu haben, um das Unternehmen erfolgreich weiterführen zu können. Wichtige Eckpunkte sind eine sichere Finanzierungsbasis, ausreichend Liquidität für geplantes Wachstum, kein Investitionsstau in den letzten Jahren und dadurch erforderliche Neuinvestitionen, effiziente Abläufe und Prozesse, eine gute Marktposition, ein fundierter Kundenbestand und eine verlässliche Lieferkette. All dies wirkt sich im Umsatz und Ertrag des Unternehmens aus und ist entscheidend für den Nachfolgeprozess.

Welche steuerlichen und rechtlichen Aspekte sollten Sie berücksichtigen?

Für die vertraglichen Grundlagen einer Übergabe müssen viele Verträge geprüft werden. Das betrifft sowohl die Arbeitsverträge der Mitarbeiter, Gesellschaftsverträge, als auch Verträge mit Lieferanten oder Kunden. Hieraus resultieren gegebenenfalls Verpflichtungen für den Nachfolger. Hinsichtlich steuerlicher Aspekte ist die anfallende Steuer bei der Übergabe oder einem Unternehmensverkauf abhängig von der Art der Übergabe. Dabei geht es immer um die Frage, ob Anteile des Unternehmens oder die Werte aus der Bilanz übergeben oder verkauft werden (Share/Asset Deal) und das bestimmt den Steuersatz.

Wie wird der Wert eines Unternehmens ermittelt?

Für die Bewertung des Unternehmens zählen die Unternehmensentwicklung der letzten Jahre und die Zukunftsperspektiven. Das spiegelt sich letztendlich auch in Umsatz und Gewinn wider. Daneben sind noch weitere Aspekte maßgeblich: die Branche, das Image und die Wettbewerbssituation des Unternehmens, die fachliche Qualität und das Alter der Mitarbeiter, der Kundenstamm, die Lieferantenbeziehungen und gesicherten Einkaufsquellen und vieles mehr. Auf dieser Basis kann ein Experte einen realistischen Unternehmenswert ermitteln.

Wer ist der richtige Nachfolger?

Ein wichtiger Punkt ist auch die Entscheidung, aus welchem Kreis der potenzielle Nachfolger kommt: aus der Familie, dem Mitarbeiterstamm oder aus dem Kreis der Mitbewerber und Investoren. Hier sollten die fachliche und soziale Kompetenz entscheiden. Ein Nachfolger muss das “UnternehmerGen” haben, um erfolgreich zu sein.

Was sind die Schritte zu einer erfolgreichen Nachfolgeregelung?

Der Einstieg in dieses Thema sollte mindestens 2 bis 3 Jahre vor dem geplantem Übergabezeitpunkt erfolgen. Holen Sie sich Unterstützung von Ihrem Steuerberater, Ihrer Hausbank oder nutzen Sie die Expertise von bauerundpartner. Denn eine gut geplante Nachfolgeregelung gehört zu einem ganzheitlichen Notfallplan.

Warum sollten Sie jetzt Ihren Notfallplan aktualisieren?

Gerade in der finalen Phase einer Nachfolgeregelung ist es wichtig, die richtigen Vollmachten zu haben, damit der Übergabeprozess bei einer plötzlichen Handlungsunfähigkeit durch Unfall oder Krankheit nicht zum Stillstand kommt und dadurch Ihr Lebenswerk in Gefahr gerät.